Über

Ich fahre ungern in den Urlaub. Dafür reise ich gern. »In den Urlaub fahren« bedeutet für mich ankommen, »reisen« hingegen bedeutet unterwegs sein. Ich nehme mir auf meinen Reisen keine Auszeit vom (Alltags)Leben, sondern ich lebe weiter, ein wenig intensiver vielleicht als sonst. Auf Reisen lasse ich mich gerne treiben, von den eigenen Wünschen oder den Winden der Unberechenbarkeit mal hierhin, mal dorthin tragen. Wo es mir gefällt, bleibe ich länger. Das heißt nicht, dass ich vorher nicht plane. In vielen Fällen gibt mir eine intensive Vorbereitung erst die Möglichkeit, die Freiheit vor Ort auszuleben.

Reisen bedeutet für mich auch, die Welt in ihrer Größe, ihrer kulturellen und natürlichen Vielfalt zu entdecken. Deshalb hat es mich schon immer in andere Länder gezogen. Bereits als Kind war es für mich das Größte, an einer Grenze zu stehen und diese zu überschreiten. Ich erinnere mich noch an einen Urlaub im Riesengebirge: Der Aufstieg zur Schneekoppe verläuft genau auf der Grenze zwischen Tschechien und Polen. Da ich mit meinen Eltern in Tschechien Urlaub machte, war Polen das unbekannte Ausland. Vor allem deshalb ging ich beinahe den ganzen Weg bis hoch zum Gipfel auf der polnischen Seite. Man sagt, dass nicht Gott sondern die Menschen Grenzen gezogen hätten. Das mag sein und vermutlich verursachte diese Erfindung der Menschen mehr Leid als Freude. Doch für mich sind sie der sichtbare Beginn des Unbekannten.

Eine der schönsten Dinge am Reisen ist für mich immer der anschließende Bericht über das Erlebte. Im Gespräch durchlebe ich die Reise noch einmal auf eine andere Weise. Indem ich ein Stück von dem besuchten Ort abgebe, nehme ich etwas von der Welt in mir auf, und dort lebt es fort. Trotzdem bleibt dabei so vieles ungesagt. Häufig verbergen sich hinter dem Ungesagten kleine Erlebnisse und Episoden, die es ebenso verdient hätten, in Erinnerung zu bleiben. Sicher, es gibt noch die Blätter aus meinem Reisetagebuch. Aber die lagern danach im Verborgenen und geraten in Vergessenheit. Auf dieser Seite möchte ich einige Reiseblätter vor diesem Schicksal bewahren und aus ihnen ein lebendiges Stück Erinnerung für mich und jeden, der mich lesend begleitet, formen.

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