Punta Arenas

Patagonien_7„Montags haben Pinguine frei.“ Mit diesem Spruch empfing man mich in der Touristeninformation von Punta Arenas. Eigentlich wollte ich mir an dem einzigen Tag, den ich hier verweilte, bevor es weiter nach Feuerland ging, die Kolonie der Königspinguine anschauen. Um sie zu erreichen, hätte ich allerdings mit der Fähre nach Porvenir auf Feuerland übersetzen müssen. Doch diese fuhr Montags nicht. Weiterlesen

Torres del Paine

Patagonien_6Die Zeit der Entdeckungen auf dem Kontinent, der einst wie kein anderer für den Entdeckerdrang der westlichen Welt stand und damit wortwörtlich ein neues Zeitalter, die Neuzeit, einleitete, ist vorbei. Orte, die auf jeder Karte so abgelegen aussehen, als ob sie keines Menschen Fuß je betreten hätte, sind längst nicht mehr unberührt. Zu entdecken gibt es hier nur noch Geschichten, die man sich von den Abenteurern des 21. Jahrhundert, den Rucksacktouristen berichten lassen kann. Weiterlesen

Los Condores (und andere Tiere)

Patagonien_4Von den drei Tagen, die ich wandernd in El Chaltén verbrachte, wird mir vor allem der erste in Erinnerung bleiben. Aufgrund der vielen Wanderer, die mir am ersten Abend erschöpft aus den umliegenden Bergen entgegen kamen und ihren Unterkünften zuströmten, rechnete ich kaum damit, auf meinen Touren auch Wildtieren zu begegnen. Aber da sollte ich mich täuschen. Weiterlesen

Die Fahrt nach El Chaltén

Patagonien_3Das erste Guanako, das ich zu sehen bekomme, ist ein totes Guanako. Von dem Tier ist beinahe nur noch sein Fell übrig geblieben, das über den Knochen hängt, wie ein Zelt, bei dem die Abspannleinen entfernt wurden. Guanakos sind etwas kleiner als ihre Verwandten im Norden, die Lamas. Im Gegensatz zu diesen sind sie wild lebend und werden nicht als Haustiere gehalten. Das arme Tier wird sich in einem der Zäune verfangen haben, die sich links und rechts der Straße schon seit Stunden hinziehen. Weiterlesen

El Calafate und seine Bewohner

Der erste Tag in El Calafate verlief wenig ereignisreich. Ich musste mich zunächst um meine spätere Weiterfahrt nach Puerto Natales in Chile kümmern. Vor dem Busterminal schlief eine Anzahl von Hunden. Einige von ihnen konnten sich trotz der Klapptüren in das Gebäude stehlen und dort einen angenehmeren Schlafplatz vor einem der an der Wand aufgereihten Öfen zu finden. Wenn man eines der Tiere zu lange anschaut oder sogar anredet, hat man einen schwanzwedelnden Begleiter für die nächsten Stunden gefunden. Weiterlesen

Nagasaki

Ihr Rumpf schimmert blau im Sonnenlicht wie ein Splitter von Lapislazuli. Die Flügel drehen sich mit 30 Schlägen pro Sekunde. Sie steht über dem Wasser, dann über dem Schilf, über den Steinen, wieder über dem Wasser. Sie durchfliegt den Raum nicht, sie wechselt Orte. Es ist heiß im Botanischen Garten von Göttingen, so heiß wie damals auf meiner ersten Japanreise in Nagasaki, als ich in der Mittagshitze die Flugmanöver einer Libelle über einem Gartenteich fotografieren wollte. Nur die Zikaden zirpen nicht. Aber was heißt hier „zirpen“? Kreissägen, ein ganzes Kreissägenorchester spielte besonders in den heißesten Stunden des Tages laut auf. Vor 70 Jahren um 11:02 Uhr jedoch schwiegen die Zikaden. Es war das erste Mal, seit sie sich in den Hügeln von Nagasaki niedergelassen hatten. Und das war lange bevor die ersten Menschen ihren Gesang ertragen mussten und noch länger bevor der Lärm der Stadt ihnen Konkurrenz machte. An diesem Morgen fiel die Sonne vom Himmel. Weiterlesen

Einmal Asien und zurück: Dritter Tag

Istanbul4Heute morgen wollen wir uns als erstes die viel gerühmten und fotografierten Gewürzberge des Ägyptischen Basars anschauen. Dieser liegt etwas versteckt neben der Neuen Moschee und ist durch sein unscheinbares Äußeres gar nicht so einfach zu finden. Wir passieren zunächst einige der in allen Basars üblichen Stände mit Goldschmuck und Tuchwaren bis sich die ersten Gewürzberge aus dem Halbdunkel erheben:  Weiterlesen